Das ist vielleicht in EUREM Land so, aber das ist Frankreich…

Erasmus (151 Visitas) 2 Kommentare »

Nach ein paar Tagen Pause habe ich endlich wieder was für meinen Blog.

Bis jetzt hab ich mich ja recht „heimisch“ gefühlt, aber heute wurde mir auf einigermaßen unangenehme Art und Weise gezeigt, dass ich eben doch nur ein Ausländer hier bin – zumindest in den Augen mancher. Wie komm ich darauf?

Alles fing damit an, dass ich mir letzte Woche im FNAC (eine Kaufhauskette) ein Buch gekauft hab, dass ich unbedingt für die Uni hier brauche, für einen Kurs, der immer Mittwoch stattfindet und das ich folglich jeden Mittwoch bei mir tragen sollte.

Heute hatte ich natürlich auch das Buch mit; immerhin will ich ja soviel wie möglich hier lernen…Nach dem Kurs heute früh, bin ich noch mit ein paar Freunden wieder ins FNAC gegangen, um zu zeigen, wo ich das Buch her habe. Leider waren alle Exemplare vergriffen und das andere Buch, was wir für Altfranzösisch brauchen, ist schon in der Lieferung und kommt Ende nächster Woche (!) an. Danach sind wir ohne etwas gekauft zu haben aus dem FNAC gegangen…na ja, wir WOLLTEN das Kaufhaus verlassen.

Plötzlich kam ein Mann von hinten auf uns zu, und fragt mich, ob er doch mal einen Blick in meine Tasche werfen könnte…na ja, war eigentlich schon mehr ne Aufforderung. Natürlich hab ich eingewilligt, immerhin hatte ich ja nix eingesteckt und außerdem macht der Mann ja auch nur seinen Job. Hab ihm also den Inhalt meiner Tasche gezeigt und da war natürlich das Buch drin, das ich letzte Woche gekauft hatte…und da ich nun direkt von der Uni kam, hatte ich keine Gelegenheit noch mal kurz vorher zu Hause vorbeizuschneien.

Natürlich hab ich ihm das Buch auch gezeigt, in die Hand gedrückt und gesagt, dass ich das letzte Woche hier gekauft hatte. Darauf wollte der Herr den Kassenzettel sehen…jep, er wollte wirklich den Kassenzettel sehen! NATÜRLICH trage ich alle Kassenzettel IMMER bei mir… Jedenfalls hab ich ihm erklärt, dass ich den Kassenzettel nicht bei der Hand hab. Da begann er schon etwas unfreundlich zu werden. Er hat sich das Buch genommen und ist zur nächsten Information gelaufen, um zu checken, ob das Buch auch WIRKLICH nicht gestohlen worden ist. Zum Glück hatte ich dann nen Geistesblitz und hab mich daran erinnert, dass ich den Kassenzettel doch bei mir hatte. Ich weiß nicht, was passiert wäre, hätte ich den Kassenzettel nicht mit gehabt… natürlich war alles in Ordnung mit dem Buch.

Also gibt der Typ das Buch etwas widerwillig wieder und ermahnt uns mit den Worten, dass wir IMMER, wenn wir im FNAC einkaufen gehen dem Sicherheitsservice darüber informieren, wenn wir im Haus gekaufte Ware dabei haben. Auf verdutztes, aber freundliches Zurückfragen, ob das wirklich die gängige Methode in Frankreich sei (immerhin gibt es ja auch hier diese Dinger, die piepen, wenn man mit unbezahlter Ware aus dem Kaufhaus will), hat der Mann uns nur arrogant erwidert: „Das kann in EUREM Land so sein, aber DAS ist Frankreich und in Frankreich ist das so.“ Danach hat er uns noch mal nen erniedrigenden Blick zugeworfen und ist ohne irgendwas zu hinzufügen von dannen gezogen. Ich hätte schon noch eine Entschuldigung oder so etwas erwartet…aber Fehlanzeige.

Wichser.

Entschuldigt meine Wortwahl, aber genau das hab ich in dem Moment gedacht. Zum Glück hat er nicht mehr gehört wie ich gemeckert hab, als ich aus dem FNAC raus bin…

Zu aller Überdruß hat der Kerl sich auch nicht wirklich bemüht sich sprachlich uns anzupassen… außerdem hat er dauernd so getan, als ob er unser „schlechtes Französisch“ nich verstehen würde und sich immer leicht empört am Ohr gezogen, wenn er irgendwas nicht verstanden hat (oder verstehen wollte)…. Jedenfalls hab ich mich da wirklich zum ersten Mal in Frankreich als Ausländer gefühlt…ich kann euch sagen, dass ist wirklich kein schönes Gefühl und ich wünsche all jenen, die ausländerfeindlich sind, dass sie diese Erfahrung einmal machen und vielleicht so endlich verstehen, wie erniedrigend ihr Verhalten ist.

Aber solchen Erfahrungen muss man aber auch machen. Jedenfalls haben wir beschlossen das FNAC in Zukunft zu boykottieren und lieber zwei Straßen weiter einzukaufen… :)

Na gut, dann euch noch nen schönen Abend und man liest sich!

Wochenend und Sonnenschein

Erasmus (132 Visitas) Kein Kommentar »

…und gerade letzteres traf auf dieses Wochenende wirklich zu. Ich glaub, gestern und heute war es so warm, wie noch nie zuvor hier. Naja, höchstens vielleicht wie letztes Wochenende. Wir hatten aber echt andauernd Sonne, strahlend blauen Himmel und sehr angenehme Temperaturen, die ständig zwischen 20° - 27° pendelten. Echt schön. Und was hab ich bei dem tollen Wetter angestellt?

Erstmal ausgeschlafen. Hmmm…das tat gut. Samstags hab ich dann paar Besorgungen gemacht und hab aufgeräumt. Am Abend gings dann mit Ivonne zum Pizza Essen zu Irina und James in ihr Wohnheim, dem „Foyer International“. Allerdings war ich ziemlich schnell vor allem über die hygienischen Zustände in der Küche entsetzt…überall Fett, auf den Tischen Essensreste, braune Ränder und Flecken auf dem Herd…Hmmm! Da macht Kochen doch wirklich Spaß! Der Backofen war noch „annehmbar“. Aber funktioniert hat er nich. Genauso wie der andere Herd. Toll. Von 12 Herdplatten und zwei Backöfen funktionierten nur 4 Herdplatten… Ok, was tun mit einer Fertigpizza, wenn weder Backofen noch Mikrowelle funktionieren bzw. sauber sind? Letzter Ausweg: Bratpfanne. Allerdings hat das auch nich ganz funktioniert…denn als der Käse langsam anfing zu schmelzen, hatte der Boden schon eine gesunde Schwärze angenommen. Wir konnten die Pizza dann nur noch in den Mülleimer werfen und sind dann zu McDonalds gegangen. :)

Anschließend sind wir noch ins Kino gegangen, denn bis heute lief nämlich « la rentrée du cinéma », was kein Film sondern eine eher eine Aktionswoche, ist. Wenn man während dieser Woche zwei Kinokarten kaufte, erhielt man die zweite Karte für 1€. Eigentlich ein tolles Angebot, nur für uns Studenten hat sich das nicht wirklich gelohnt, da wir so statt 6,20€ pro Karte 4,80€ gezahlt haben. Naja, aber immerhin 1,40€ gespart…das ist ein halbes Mensa-Essen.

Leider war der Film, „ceux qui restent“ sein Geld nicht wert. Gelacht haben wir trotzdem…na ja, Irina und ich…mehr oder weniger grundlos. Das sind einfach die Momente, wo man über irgendein sinnloses Kommentar (hier: „Das sind aber schöne Farben hier“) sich kaputtlacht und aber auch nicht mehr aufhören kann! Solcher Situationen kenn ich viele…sehr lebendig im Gedächtnis ist mir immer noch eine Mathestunde in der 11.Klasse…das einzige Mal, als ich in Mathe neben Shirin saß…auch hier war der „Auslöser“ relativ simpel: ich hab eigentlich nur ne Formel in meinen Taschenrechner eingetippt und dabei „Trallallalla“ gesagt…die restlichen Minuten hab ich dann gegen unkontrollierte Kontraktionen meines Zwerchfells angekämpft.

Den Tag heute haben wir genutzt, um das nahrungsmitteltechnische Defizit von gestern auszugleichen und bei mir zu kochen. Denn ich hab „Die Küche“ da für :) . Naja, allzu kulinarisch hochwertiges haben wir nicht gezaubert: es gab Fischstäbchen mit Reis und Senfsoße, sowie Salat. Nix weltbewegendes halt, aber wir sehen da noch Steigerungspotential.

Und jetzt ruft wieder Balzac nach uns…baah, ich bin so froh, WENN ich das Buch durch hab…na ja, Zähne zusammenbeißen und durch.

Einen schönen Abend euch noch!

Arras - “Kemie” oder “Chemie”?

Erasmus (324 Visitas) 3 Kommentare »

Obwohl wir (Rebecca, Verena und ich) freitags früh zur Uni müssen, haben wir beschlossen heut gleich im Anschluss an unsren Balzac-Kurs nach Arras zu fahren, um dort Marie und AnneSo zu treffen.

Doch vorher hieß es erstmal, Madame Callets feldwebelhaften Ton und ihr hochtrabendes Vokabular zu ertragen. Keine einfache Aufgabe…vor allem 08.00h morgens. Blicke in die verzweifelten Augen meiner germanophonen Leidensgenoss(inn)en verrieten mir, dass es anscheinend allen so erging wie mir. Nach zwei Stunden wunderbar am Gaumen gerollten “R” (rrrrrrrromancier rrrrrrrromanesque) mussten wir kurz noch einmal ins Büro der internationalen Beziehungen, da der “service d’inscription” von drei Studenten die Fotos verschlampt hat. Und jetzt ratet mal, wessen Foto abhanden gekommen ist! RICHTIG! MEINS! Rebecca teilt aber das gleiche Schicksal…also nochmal ein Foto abgegeben, in der Hoffnung gegen Ende der Woche ENDLICH unsren Studentenausweis zu erhalten.

Danach konnten wir endlich nach Arras aufbrechen. Mit unsrer Carte 12-25 (so eine Art Bahncard 50) war das auch relativ erschwinglich…wenn man sie mit sich trägt… Rebecca hatte nämlich ausversehen ihre Carte im Wohnheim liegen lassen… der Schaffner war aber sehr freundlich und hat es bei einem simplen “Faites attention!” belassen.
In Douai stieg dann auch noch Marie in den Zug und es wurde mal wieder sehr lustig….vor allem, weil wir eine Grundsatzdiskussion über die deutsche Phonetik geführt haben: Heißt es nun “Kemie” oder “Chemie”? Ich als einziger Verfechter der “Ch”-Variante sah mich ein bisschen auf verlorenem Posten…was meint ihr? Vor allem die Deutschstudenten unter euch? (Karo??? Jana??? Dana??? Helft mir!!! :) )

Nach 15 Minuten kamen wir dann bei strahlendem Sonnenschein in Arras an. Arras ist echt schön, obwohl es nicht allzu viel zu sehen gibt. Außerdem waren wir ja schon mal im Januar in Arras während unseres Kurztrips nach Frankreich. Wir waren nochmal in der Uni (eine der kleinsten Unis Frankreichs mit gerade mal 3000 Studenten) und sind danach aber geradewegs in ein “Subway” gestolpert, weil uns der Magen in den Kniekehlen hing. Nach einer gefühlten halben Stunde des Anstehens und der kommunikativen Barrieren (Des tomates? Oui! Encore des tomates? Oui! Quelque chose d’autre? Oui! Et quoi? Oui!) konnten wir uns endlich über unser von mehr als drei Mitarbeitern angefasstes Sandwich freuen. Trotzdem sollte sich kurze Zeit später eine Tragödie abspielen, als Verenas Cookie, auf den sie sich SO gefreut hat, plötzlich zu Boden fiel. Kulant wie die Franzosen waren, wurde der Cookie umgehend umgetauscht. Leider war der neue Cookie sehr schokoarm…aber lieber ein schokoarmer Cookie als gar kein Cookie, ne? Mich würde aber schon interessieren, wohin der “Problemcookie” gelangt ist… Mülleimer oder kurz abgeklopft und wieder in die Vitrine gelegt. :)

Danach gab es für uns ein freudiges Wiedersehen mit Mademoiselle Cuvillier, besser bekannt als AnneSo (AnneSo eine sehr gute Freundin von Marie, die wir im Januar kennengelernt haben). AnneSo stand aber so im Stress, dass sie leider nur eine halbe Stunde bleiben konnte. Alle sind sie vorbereitet mit ihren Vorbereitungen für ihre Auslandssemester…AnneSo wird nämlich Marie nach Berlin begleiten und ebenfalls dort ein Semester verbringen.
Jedenfalls sind wir dann zu fünft ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben an der einen oder anderen Kreuzung ein *gewisses* Orientierungsproblem gehabt…(On est où? Je sais pas!). Trotzdem haben wir uns wie immer irgendwie zu helfen gewusst und dank Marie und AnneSo hab ich endlich das Ende des Filmes “Jeux d’enfants” verstanden…

Dann verließ uns AnneSo schon wieder, aber wir werden uns im Frühling sicherlich wiedersehen.
Um das schöne Wetter zu genießen, haben wir uns dann in den Park von Arras zurückgezogen und einfach die Sonne wirken lassen. Es war WIRKLICH warm heute. Um den Aufenthalt abzurunden, haben wir in einem Café noch etwas Flüssiges zu uns genommen…zu moderaten Preisen. Mein Getränk, eine simple Erdbeermilch, bestach vor allem durch seine natürlich-knallpinke Färbung… Als wir dann bezahlen wollten, ignorierte die Kellnerin uns wirklich sehr ausdauernd, obwohl wir mindestens zwei Minuten genau vor ihr standen und mit dem Geldschein gewedelt haben…

Danach haben wir uns zum Bahnhof bewegt und uns dort von Marie verabschiedet. Leider war das wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich sie für die nächste Zeit gesehen hab. Aber auf einen Abschied folgt immer auch ein Wiedersehen…wer sollte das besser wissen als wir!

Gut, damit neigt sich auch der heutige Tag zur Neige. Ich werd jetzt noch ein bisschen lesen…Balzac…Morgen abend gehts nämlich höchstwahrscheinlich ins Kino, da ja zur Zeit, wenn man zwei Karten kauft, die zweite Karte statt 6,20€ nur 1€ kostet…mal schauen was läuft.

Euch einen schönen Abend noch und bis zum nächsten Eintrag!

Arras. Von links: Verena (Eichstätt), AnneSo (Arras), Rebecca (Eichstätt)

Erste Uniwoche

Erasmus (201 Visitas) 1 Kommentar »

Donc, jetzt ist für mich die erste Uniwoche vorbei und es gibt mal wieder ne Menge an neuen Eindrücken zu verarbeiten…

Letzte Woche ging am Donnerstag ja die Uni für mich los… und gleich mit Chinesisch. Chinesisch? Ja, ich beleg nen Kurs Chinesisch hier. Warum? Naja, hier schlägt wohl das linguistische Interesse durch. Wollte einfach mal nen Einblick in eine Sprache erhalten, die nicht wie die indo-europäischen Sprachen funktioniert. Chinesisch hats aber ganz schön in sich…Die Aussprache ist echt schwierig.

Danach war obligatorischer Französischtest. Alle internationalen Studenten mussten diesen Test absolvieren, um das Sprachniveau festzustellen und uns in entsprechende Kurse aufzuteilen… Bin nach dem Test als erster gegangen und hab dementsprechend seltsame Blicke geerntet…naja, bevor ich noch Ewigkeiten drinne

n sitz und alles verschlimmbessere (hab dazu ne gewisse Tendenz :) ), hab ich halt abgegeben. Es ging eigentlich, aber teilweise waren die Fragen sehr undeutlich gestellt….mal schauen, nächsten Mittwoch gibts Ergebnisse.

Freitag (ja, ich hab Freitag Uni…) beginnt für mich…Achtung festhalten…08.00h-10.00h. Baah. Das ist echt zum Kotzen… Und vor allem noch Französische Literatur des 19.Jhd. Und dann noch Balzac… und meine Dozentin hat frappierende Ähnlichkeit mit Frau Kaufmann!!!  (für alle nicht ASZ’ler: eine Frau, so breit wie hoch, behangen wie ein Christbaum mit allerlei Schmuck, sowie Vorliebe zu “außergewöhnlicher” Farbauswahl im Hinblick auf das Makeup). Außerdem behauptet diese Frau strikt, dass Balzac KEIN Realist ist…obwohl jeder da was anderes behauptet…naja, morgen erleb ich sie wieder in aller Frühe.

Montag war ein langer Tag. Zuerst “FLE”: “Français langue étrangère”, Französisch als Fremdsprache. Der Prof ist sehr nett und nimmt unglaublich Rücksicht auf uns ausländische Studenten. Na gut, das muss er ja mehr oder weniger, da 3/4 des Kurses NICHT aus Frankreich kommen. Wir Deutschen bilden da sogar die Mehrheit…aber der Kurs ist zeitlich gesehen sehr anstrengend: von 10.00h - 13.00h mit ner Pause von 5 Minuten…
Danach hatte ich Altfranzösisch…naja, hätte gehabt eher. Nach ner halben Stunde braven Wartens (in Deutschland wäre da schon jeder gegangen: akademisches Viertel, ne?), kam dann die Sekretärin rein und hat gesagt: “Madame n’est pas là?” (Sie ist nicht da?)… “Donc, Madame n’est pas là!” und hat uns in unsre Freiheit entlassen.

Zu guter letzt hatte ich einen Kurs “traduction à vue”… also Übersetzung Deutsch-Französisch ohne Vorbereitung. Schwierige Sache. Hier der erste Satz des Textes:
“Urheberrecht im Internet - eine anachronistische Übergangslösung: Löst das interaktiv kreative Team den einzelnen Autoren ab?”.

Toll. Den Text hab ich schon kaum auf Deutsch verstanden. Aber wir Deutschen (5 von 9 Personen im Kurs sind Deutsche) waren gleich mal dran mit Übersetzen…haben aber auch gleich unsren ersten Noten bekommen (ich inclusive): zwischen 15 und 13…Das heißt zwischen 1 und 2+.

Dienstag beginnt ebenfalls sehr früh für mich. 08h heißts wieder antreten. Dieses Mal aber zu Russisch. Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, Fremdsprachen kostenlos zu lernen, dann muss man die ja auch beim Schopfe packen, gell? Der Kurs war relativ angenehm…nur sehr überlaufen. Ich hoffe, das reduziert sich noch. Außerdem hat der Prof sehr leise gesprochen und ist dauernd auf und ab gelaufen (auf knarrenden Holzdielen). Kurz gesagt, ich hab bei Weitem nich alles verstanden, was er gesagt hat. Einmal hat er mich plötzlich was gefragt…zum Glück hab ich dann rechtzeitig noch verstanden, was er von mir wollte: war einfach nur die simple Frage: “Haben Sie früher mit Lego gespielt?” worauf ich mit einem kurzen “oui” antworten konnte…

Danach hatte ich einen Kurs über europäische Geschichte von 1945-2000 bei einem Herrn “Demon”. Der Name war Programm. Herr “Demon” begann erst mit einer kurzen Revision über europäische Geschichte ab 1815, wobei alle Franzosen den Wortlaut des Professors in Satzform fleißig mitpinselten. Selten schaute der eine oder andere Franzose vom Blatt hoch…bloß nicht auffallen heißt die Devise. Her Demon sprach so über das System “Mättärnick” (französische Aussprache von Metternich!!!) und kam relativ schnell zur Ära “Briand-Stressemann”. Und als er allen Ernstes “Stressemann” an die Tafel anschrieb, blutete mein Geschichte-LK-Herz… In der Pause nach den ersten 1 1/2h ergriffen Ivonne und ich dann die Flucht und begaben uns auf die Suche nach einem anderen Kurs.

Der Mittwoch stand dann im Zeichen der Linguistik. Morgens hatte ich einen Kurs Französische Linguistik. Schon seltsam, denn was wir in Linguistik so treiben (Diasystem, Koch/Österreicher…) behandeln die Franzosen anscheinend gar nicht. Linguistik ist hier viel mehr Grammatik. Die Professorin hatte ein außergewöhnliches Namensgedächtnis und hat uns ERASMUS-Studenten sofort mit eingebunden… Umso überraschter war ich, als sie mich auf einmal aufrief und die fünf verschiedenen Funktionen des “que” wissen wollte…vier hab ich gewusst…zum Glück.
Danach hatte ich meinen einzigen beiden Spanischkurse. Zuerst Grammatik, danach mündlicher Ausdruck. Ich war mal wieder der Hahn im Korb- daran bin ich ja gewöhnt. Aber die Studentinnen dort haben sich schlimmer benommen als einen Horde pubertiernder Teenager. Dabei waren die meisten schon 18 oder 19… Mündlicher Ausdruck war ähnlich…wie im Kindergarten.

Soviel erstmal zu meinen Kursen. Man liest sich! :)

Auf den Stufen zur Uni; von links: Rebecca (Eichstätt), Daisy (Hongkong), Sophia (Hongkong), Irina (Marburg)Meine Uni: die Université Catholique de Lille.




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