Abschied

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Bahnhof Lille Europe, 13.15h Ortszeit. Aus den riesigen Lautsprechern des Bahnhofs tönt die sonore Frauenstimme der SNCF und gibt in Französisch und Englisch Ankunftszeiten und Verspätungen der Züge durch. Überall Koffer, Taschen und Menschen, die entweder gelangweilt und frierend auf ihren Zug warten oder in aller Eile von einem Gleis zum anderen sprinten. Dann sagt uns die große Anzeigetafel, dass der TGV nach Brüssel in wenigen Minuten auf Gleis 46 einfahren wird. Wir erheben uns von den ergonomisch geformten Bahnhofssitzen, nehmen das Gepäck in die Hand und steigen zum Gleis hinab. Noch kein Zug in Sicht. Das gibt uns Zeit für eine letzte Konversation am Bahnsteig. Wir schwelgen in den Erinnerungen, die wir in den letzten fünf Monaten gesammelt haben. Plötzlich ein lautes Grollen aus der Ferne. Gebannte Blicke in den schier endlos langen und dunkeln Tunnel zu unseren Rechten; der TGV nach Paris ist soeben auf Gleis 44 vorgefahren. Fast gänzlich übertönt von dem Quietschen und Rattern des Zuges dudelt aus den Lautsprechern Musik. Ich kann nur eine Textzeile aufschnappen: „emmène-moi quelquepart“:„Bring mich irgendwohin.“ Wie passend. Kurze Zeit später fährt der Zug vom anderen Gleis ab und wir können unsere Reise in die Vergangenheit fortsetzen. Seltsam, wie schnell die Zeit verfliegt. Es scheint, als sei man erst vor Kurzem hier in Lille angekommen, als frischgebackener ERASMUS-Student, und dann ist so plötzlich alles vorbei. Alle Erinnerungen sind noch so frisch und man bemerkt, dass man allzu leicht das Unvermeidliche ausblendet: den Tag des Abschieds. Die sonore Frauenstimme der SNCF unterbricht unsere Unterhaltung barsch und warnt uns eindringlich, von den Gleiskanten zurückzutreten, da der TGV nach Brüssel nun vorfahren wird. Es wird ernst. Ohrenbetäubender Lärm und zwei helle Punkte am Ende des Tunnels kündigen die Ankunft des TGV 9508 nach Bruxelles-Midi an. Der Zug hält, die Türen öffnen sich, einige Fahrgäste, sichtlich erschöpft von der Reise, hieven ihre Koffer aus dem Zug und orientieren sich in der neuen Umgebung. Irgendwie erinnert mich diese Situation an meine eigene Ankunft hier. Man kam sich so verloren in diesen engen Straßen vor und mittlerweile sind sie ein Teil von uns geworden. Hm, wie man sich innerhalb von fünf Monaten an eine Umgebung gewöhnen kann.

Meine Reise endet hier, an der Schwelle des TGV 9508, da es Fahrgästen ohne Zugticket nicht gestattet ist, den Zug zu betreten. Irina verschwindet das erste Mal im Zug und kämpft sich mit ihrem Gepäck durch die Gänge. Wenige Augenblicke später gebe ich ihr die letzten Gepäckstücke zu. Jetzt ist die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen. Ein letztes Mal steigt Irina aus dem Zug und wir verabschieden uns voneinander, was uns beiden sichtlich schwer fällt. Die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen hebt jedoch die Stimmung ein wenig. Das Pfeifen des Schaffners lässt Irina wieder im Zug verschwinden. Ich entferne mich von der Tür und laufe parallel zum Zug bis zu ihrem Platz mit. Sie setzt sich und kurze Zeit später fährt der Zug an. Schnell winken wir uns noch einmal zu bevor der große schwarze Tunnel zu meiner Rechten den TGV 9508 verschwinden lässt. Das war es. Mit Irina ist die letzte deutsche ERASMUS-Studentin aus Lille abgereist. Eigentlich könnte man annehmen, dass man nach so vielen Abschieden schon so eine Art Routine entwickelt. Dem ist aber nicht so. Zumindest für mich nicht.

Ich steige zum Bahnhof hinauf. Zum Glück gibt es eine überdachte Verbindung zwischen dem Bahnhof und EURALILLE. Somit muss ich nicht hinaus in die Kälte. Vorerst nicht.

Mein Weg führt mich zu „Carrefour“, dem gigantischen Supermarkt in EURALILLE. Fast ferngesteuert laufe ich durch die riesigen Gänge. Ohne hinzuschauen greife ich nach den günstigsten Produkten. Nach weniger als fünf Minuten ist der Einkaufszettel abgearbeitet. An der Kasse seh ich eine alte Bekannte wieder: Lindsay, die wohl untalentierteste Kassiererin der Welt. Ich weiß nicht, wieviel Zeit meines Lebens ich bereits wartend in einer elend langen Schlange vor ihrer Kasse vergeudet habe, weil Lindsay wieder einmal nicht den Barcode lesen konnte.

Die Frage nach der carte de fidélité wird gewohnheitsmäßig verneint, ebenso wie die darauf folgende Frage, ob ich denn so eine Karte möchte. In aller Seelenruhe packe ich alles in meinen Beutel, wünsche Lindsay trotz allem einen schönen Tag und begebe mich Richtung Ausgang. Bettler strömen wie immer auf mich zu „Monsieur, haben Sie etwas Geld für einen Kaffee?“. Ich spiele gekonnt den Ausländer, der nichts versteht und entschuldige mich auf Deutsch. Außerhalb der Einkaufsgalerie verteilen Personen in roten Jacken kostenlose Zeitungen. Ich nehme dankend an; wohlwissend, dass ich diese Zeitung sowieso wieder ungelesen in den Müll werfen werde. Der blaue Himmel der letzten Tage hat sich mittlerweile in eine dichte, graue Wolkendecke verwandelt. Nichts Ungewöhnliches. An der Straße lächelt mich das rote Ampelmännchen an und fordert mich auf am Straßenrand stehen zu bleiben. Ich lächele zurück, betrachte die allgemeine Verkehrssituation, warte ein Auto ab und überquere anschließend die dreispurige Straße. Zu Hause angekommen nehme ich nochmal einen Stapel kostenloser Zeitschriften mit Kontaktanzeigen, Tauschbörsen und Super-Sonder-Sparangeboten aus dem Briefkasten. Alles landet ungelesen im Müll. Alles Routine.

Ich steige die Wendeltreppe zu meinem Appartement hinauf und stecke den Schlüssel ins Schlüsselloch. Hm, wie immer will die Tür nicht, wie ich will. Mit meiner linken Schulter stoße ich die Tür auf. Willkommen daheim. Zu Hause angekommen verstaue ich erst meinen heutigen Einkauf und nehme anschließend ein Stück Schokolade aus einer viel zu großen Schachtel, die noch von Weihnachten übrig ist. Ein kleiner Zettel auf meinem Schreibtisch sagt mir, dass ich bis morgen Hausaufgaben noch zu erledigen habe. Hm, wäre ungünstig in meinem Spanischkurs morgen aufzukreuzen ohne den Text gelesen zu haben. Ich beginne meine Vorbereitungen für den morgigen Tag. Für einen ganz normalen Tag in Frankreich.

Ein Jahr älter…

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So, dann will ich mich auch einmal wieder bei euch melden…immerhin ist schon einige Zeit nach meinem letzten Blogeintrag vergangen.

Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mir zum Geburtstag gratuliert haben! Es hat mich sehr glücklich gemacht zu sehen, dass es doch noch so einige gibt, die an mich denken, obwohl uns teilweise hunderte von Kilometern trennen…in dieser Hinsicht ein HOCH auf die neuen Kommunikationsmedien. :-) Außerdem ist “21″ meiner Meinung nach die am schwierigsten auszusprechende Zahl im Französischen “J’ai vingt-et-un ans”…oh man, drei Nasale aufeinander…na gut, in 51 Wochen bin ich davon erlöst :D

Die letzte Woche war sehr easygoing- die von mir gewählten Kurse sind sehr interessant und werden auch von kompetenten Lehrkräften gehalten. Allerdings habe ich mich eines weiteren Kurses entledigt: Spanische Literatur des Siglo de Oro (des „Goldenen Zeitalters“). Eigentlich klang der Kurs ganz interessant, da man „Don Quijote“ ein Semester lang behandelt. Als jedoch die anderen aus meinen Spanischkursen hörten, dass ich den Kurs gerne belegen würde, begannen sie mir eindringlich davon abzuraten…“Diese Frau ist schrecklich“…na ja, einmal wollte ich den Kurs mir schon antun. Das hat dann am Dienstag auch gereicht: Da die Lehrkraft des ersten Semesters anscheinend etwas nicht-kompatibles zu Mme Dujardins Plänen durchgenommen hat, versucht selbige Lehrkraft nun zwei Semester in eins zu packen… Dazu sei es nötig, so Mme Dujardin, den Quijote in und auswendig zu kennen (gut, da geh ich noch mit)…die ersten 400 Seiten sind bitte innerhalb einer Woche zu lesen (Altspanisch!), dazu noch ein Buch des „Chretien de Troyes“ (den ich nur aus Erzählungen von Moni kenne), sowie zwei andere Bücher auf Altspanisch, um die Hintergründe des Quijote zu verstehen….mir fiel die Kinnlade herunter und den anderen gings genauso. Den absoluten Gnadenstoß hat sie erteilt, als sie sagte, dass der Notendurchschnitt bei ihr immer bei 4 von 20 liegt… Zu allem Überdruss hat mich die Frau auch noch angesprochen, ob ich damit ein Problem hätte…He, natürlich hatte ich ein Problem damit und ich sagte, dass ich den Kurs nicht mehr besuchen werde, da mir das eindeutig zu viel Arbeit für einen Kurs ist, dessen Prüfungsleistung ich mir wahrscheinlich auch nicht anrechnen lassen könnte. Außerdem hab ich gleich mal angefügt, dass der Quijote für das vierte Semester Spanisch einfach zu schwer ist…daraufhin hat sie ihre Augen zusammengekniffen, mich böse angefunkelt und mir vorgehalten, dass man den Quijote in Spanien schon im zweiten Universitätsjahr behandelt. (Sprech ich Spanisch als Muttersprache oder was???). Nach meinem Berufswunsch hat sie mich auch gefragt, worauf sie nicht verstanden hat, dass eine umfassende Kenntnis des Frauenbildes im Quijote eher sekundär bei der Erklärung des Konjugationsmuster der regulären Verben auf „–ar“ ist…

Ansonsten lief bis auf ein freudiges Wiedersehen mit Mme Dazin (sie hat sich nicht geändert: „Clara et Matthias, vous êtes mariés?“- böses Grinsen) ganz ruhig ab… bis Freitag, da hab ich meinen Geburtstag gefeiert :-D

Leider konnten weder Irina noch Mark zu meiner Feier kommen und so sah ich mich als einziger Deutscher zusammen mit Elke, die extra aus Belgien angereist war, und Morgan einer französischen Übermacht (Claire, Camille, Marie, Thomas, Guillaume) gegenüber. Es war eigentlich ein ganz lustiger Abend…wir haben gegessen, getrunken (manche zuviel), gelacht…am Ende waren dann Guillaume und Thomas besoffen (ein Wunder, was?)- was hauptsächlich am Einsatz des chinesischen Schnapses lag (ich hab an den auch nur böse Erinnerungen). Etwas positives hat es allerdings auch: jetzt ist die Flasche endlich leer und nimmt keinen Platz mehr im Kühlschrank weg :-D . Nachts haben wir dann noch Morgan und Claire nach Hause begleitet, wobei wir unsere LEICHT angetrunkenen Freunde irgendwo in Vieux Lille verloren haben… Na ja, die haben sich auch so ganz gut zurechtgefunden.

Nachts hat dann auch noch mein angetrunkener Mitbewohner Elke mitten in der Nacht Himbeerkonfitüre angeboten…daran konnte er sich nicht mehr erinnern am Folgetag :-D

Dem Geschenkeregen am Freitag folgte dann auch noch das Paket meiner Eltern am Samstag mit allerlei deutschen Leckereien :-)

Gut, dann ruft mich die Arbeit wieder…meine Übersetzung für morgen.

Ich wünsch euch noch einen schönen Sonntag!!

Die erste Woche

Erasmus (221 Visitas) 1 Kommentar »

Hallo ihr Lieben! Hoffe, euch geht’s gut und der Prüfungs-/ Praktikumsstress frisst euch nicht allzu sehr auf. Für mich hat am Montag wieder der Alltag, sprich die Uni, angefangen…und ich werd euch natürlich meine ersten Eindrücke schildern.

Montag fiel es mir einigermaßen schwer 08.30h aus dem Bett zu kriechen, da der Ferienrhythmus mich immer noch fest im Griff hatte. Geschafft hab ich’s aber trotzdem und war natürlich rechtzeitig zu meinem ersten Kurs „Thème spécialisé“ (Übersetzen FRZ-D) in der Uni. Die Lektorin ist eigentlich eine FRZ/ENG Lehrerin aus Deutschland, aber lebt schon seit knapp 16 Jahren in Frankreich. Während des Kurses, in dem ich der einzige Deutsche bin, gab es auch ein freudiges Wiedersehen mit Claire aus LEA3. Danach stand „Histoire de la France“ an, ein Kurs der extra für die ausländischen Studenten gehalten wird. Die Dozentin (Frau Waeselynck oder so) ist unglaublich dynamisch und lacht eigentlich die ganze Zeit. Der Kurs scheint ganz nett zu werden, da nur Internationals drin sind und außerdem die Materie auf ansprechende Weise rübergebracht wird.

Dienstag wollt ich ja eigentlich morgens nix belegen…Claudi hats dann aber geschafft mich zu überreden, doch den Russisch-Kurs weiterzubelegen, weil ich das sonst sicherlich bereuen würde. Naja, wo die Claudi Recht hat, hat sie Recht, ne? Jedenfalls hab ich da auch zwei französische Freundinnen wieder gesehen, die mit mir den Kurs belegen. Außerdem gabs auch gleich die Examen zurück: ich hab 17/20, was für französische Verhältnisse extrem gut ist…Das Kommentar aber von Monsieur Joliot: „Naja, das geht noch besser.“ :D

Danach hätte ich einen Kurs spanische Literatur des „siècle d’or“ und anschließend zeitgenössische spanische Literatur gehabt…na ja, eigentlich. Der erste Kurs ist gleich ausgefallen und kurz bevor ich zu dem zweiten Kurs gehen wollte, lief mir Stéphanie aus meinen Spanischkursen über den Weg und sagte, dass man den zweiten Literatur auf früh verschoben hat… der Prof wollte das auch nich zurücktauschen und jetzt werd ich den Kurs halt nich belegen. Da wird sich der Herr Rodiek nächstes Jahr über meine Anwesenheit freuen :( .

Mittwoch war eigentlich der angenehmste Tag, weil ich da sehr interessante Kurse habe: Mündliche Kommunikation Spanisch, Schriftlicher Ausdruck Spanisch, Grammatik und lateinamerikanische Landeskunde. Eigentlich durchweg kompetente Profs (außer Monsieur García, den ich leider wieder 1 1/2h pro Woche ertragen darf) und eine unglaublich charmante Klasse, die mich schon vollkommen aufgenommen hat: „On est onze et Matthias.“ oder „On est onze françaises et un allemand.“ Leider sind in dieser Klasse auch zwei „Gören“, die mir einfach auf den Keks gehen: Savanna und Élise (Inneke und Elke können bestätigen, dass diese beiden Individuen einfach nur hohl sind)…die stehen ganz hoch auf meiner schwarzen Liste…gleich hinter André. :D

Donnerstag ging dann ganz calm los…13.30h begann mein universitärer Tag…mit zwei Stunden sich aufregen. Warum? Naja, ich war am Mittwoch schon sooo froh, dass ich oben genannten allwissenden Störenfriedeigentlich nie sehen werde…aber da hab ich die Rechnung ohne ihn gemacht. Ich wollte meinen Augen nicht trauen, als er auf einmal freudestrahlend und augenzwinkernd in meinen Chinesisch-Kurs saß. NEEEEEEEINNN!!! Das schlimmste war, dass er sich genau hinter mich gesetzt hat und nur geredet hat. Vor allem in was für einer Lautstärke: „Fuckin’ Pinyin!“ „I hate Chinese. “ Außerdem hat er angefangen auf Englische „Jingle Bells“ zu singen, obwohl unsre Dozentin wollte, dass wir das Lied auf Chinesisch singen. Ich hätte ihn 120 Minuten lang einfach nur schlagen können. Etwas positives gibt es trotzdem: ich glaub, er kann mich genauso wenig leiden wie ich ihn :D  :D  :D Mir geht er aus dem Weg und der armen Claire erzählt seine ganzen Ferien! :D

Danach war wieder Französisch-Einstufungstest, den wir wieder antreten mussten, obwohl wir letztes Jahr schon den Französischkurs bestanden hatten. Naja, hab das zuerst alles ganz locker gesehen in der Annahme, dass ich die Dämonin Dazin nie wieder sehen werde…aber NEEEEEEEEEEEEEIN…zweiter Schock an diesem Tag: Dazin übernimmt wieder die höchste Gruppe…mal schauen, wenn ich wieder in die höchste Gruppe komme, warte ich auf so ein Kommentar wie: „Hach, Matthias, wo sind denn die anderen Deutschen? Ach, die sind abgefahren? Das ist ja SCHADE und du bist ja jetzt fast ganz allein…oh…“ Keine Sorge, ich halt euch auf dem Laufenden… Das kann ein lustiges Semester werden :(

Gestern abend war dann auch noch eine soirée ERASMUS in der AEU. War sehr angenehm, da durch das Rauchverbot man wirklich atmen konnte. Außerdem war für ERASMUS-Leute der Eintritt frei…also sind Irina, Sophia, Morgan, eine Freundin von ihr und ich umsonst reingekommen…Guillaume, Thomas, Claire und co mussten alle zahlen .. :D

Außerdem haben Lydie und ich wieder den Kontakt aufgenommen und ich werd an Verenas Stelle mit ihr das Sprachtandem weiterführen. Ihr seht, ich kümmer mich rührend um unsre französischen Freunde ;) Es gibt auch immer viele Grüße auszurichten :D Nächsten Freitag ist dann auch ein großes Wiedersehen zu meiner Geburtstagsfeier, zu der sogar Elke aus Belgien kommt! Von Inneke weiß ich leider nichts, da ich seit Dezember nix mehr von ihr gehört hab…

Guddi, dann hab ich euch mal wieder mit den neuesten Neuigkeiten aus dem wunderschönen Lille versorgt!! Ich hoffe bald wieder von euch zu hören! Man liest sich später!

Tief Durchatmen in einem rauchfreien Frankreich!

Erasmus (233 Visitas) 3 Kommentare »

So, jetzt bin ich doch schon wieder einige Tage hier im heimischen Frankreich und es gibt schon wieder einiges zu berichten…Kurswahl, Wiedersehen, Rauchverbot…

Am Montag war ich vormittags gleich zusammen mit Morgan Kurse wählen für das Sommersemester. He, und da hat wieder die französische „Planung“ zugeschlagen. Wir sind zu Mme Bray ins Büro, wo nur Flora war, die sich um die „Frischlinge“ gekümmert hat. Auf die Frage, wann wir unsere Kurse wählen sollten, antwortete sie mit Mittwoch. Gut. Dann wollten wir zu Mme Aviez nach Noten schauen gehen (ich WILL diesen Balzac-Kurs bestanden wissen…ich WILL ;-) ). Auf dem Weg zu Mme Aviez lief uns dann freudestrahlend Mme Bray über den Weg und fragte uns nach dem allgemeinen Wohlbefinden, sowie wann wir unsre Kurse zu wählen gedenken…Naja, sie hat dann wieder die Info von Flora verworfen und sie nahm uns wieder mit ins Büro, gab uns die kompletten Stundenpläne für das kommende Semester und setzte uns in ein Nebenzimmer, in dem wir in aller Ruhe unsere Kurswahl treffen konnten…war alles entspannter als im letzten Semester (ich erinnere: „Ihr habt ZWEI Stunden Zeit eure Kurse zu wählen!!!“), da ich schon am Vortag die interessanten Kurse (und davon mehr als genug) markiert hatte, weil ich ganz genau wusste, dass sich die Hälfte/Alles wieder überschneiden würde. Ha, und genau so war das wieder. Nach zwei Stunden stand dann endlich mein Stundenplan… Montag belege ich einen Kurs „Thème spécialisé“ mit Claire und den anderen LEA3 und einen Geschichtskurs, der extra für die internationalen Studenten zugeschnitten ist. Dienstag hab ich zwei Literaturkurse in Spanisch (ich hoffe, ich kann mir davon was anrechnen lassen), Mittwoch nur Spanisch (mündl. Sprachpraxis, schriftl. Sprachpraxis, Grammatik, Landeskunde), Donnerstag Chinesisch und den Französischkurs…und Freitag, na ja, warum heißt Freitag wohl FREItag :-D ? Vorerst ist das noch vorläufig…viellei beleg ich noch den Russischkurs, der Dienstagmorgen ist. Mal schauen… Jedenfalls hab ich kein FLE, keine französische Literatur, kein Ancien français mehr. Ich fühl mich sehr gut dabei! :-D Und vor allem, weil Dämonin Dazin den Kurs 2 übernimmt…vielleicht is ja die neue Dozentin freundlicher…

Ansonsten waren wir gestern abend mit den ERASMUS-Resten (Irina, Morgan, Sophia, Guillaume und ich) etwas trinken. „Happy Hour“ oder eher „Happy Day“ in einer komplett rauchfreien Bar. Toll, dieses Rauchverbot! Endlich riechen die Klamotten nach einem Bar-, Restaurant- oder Discobesuch nicht mehr nach kaltem, ekligem Rauch! Und jedes Mal, wenn ich im Regen durch die Stadt laufe und die Raucher draußen, gebeutelt von Windstößen und Regenfällen, ihre Zigarette durchziehen, huscht mir ein Lächeln über das Gesicht…ich bin ein schlechter Mensch, ich weiß ;-) . Nun wird mir auch bewusst, dass das echt höchste Zeit war ein „Nichtraucherschutzgesetz“ zu verabschieden…und ich freu mich, dass auch in Sachsen ab Februar den Rauchern ein Riegel vorgeschoben wird.

Gut, na dann wünsch ich euch noch einen schönen Abend und man liest sich später!

Abenteuer Frankreich: Zweiter Akt, erste Szene.

Erasmus (243 Visitas) Kein Kommentar »

Ein herzliches Hallo aus Lille!

Erstmal wünsch ich Dir, lieber Leser, ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Du besinnliche Tage im Kreise Deiner Familie verbracht hast!

So, und dann meld ich mich auch gleich mal bei allen wieder zurück: ich bin gut in Lille angekommen. Auch wenn die Busfahrt alles andere als angenehm war…

Ich stand nämlich auf der Liste der Fahrgäste bei EUROLINES gar nicht drauf…das sollte eigentlich nicht vorkommen, kommt aber leider häufiger vor. Zuverlässig, ne? Mitgenommen wurde ich aber trotzdem. Als ich dann saß, stellte die russische Frau vor mir erstmal ihren Sitz mit einem Ruck bis zum Anschlag hinter…die Alte hätt mir beinahe meine Kniescheiben zertrümmert…dumme Kuh. Dann haben die Vietnamesen hinter mir Fischbrötchen ausgepackt und in diesem stickigen Bus dann noch gegessen…als dann der Fischgeruch endlich weg war, kam ne alte Frau, die unglaublich nach altem ranzigen Fisch gestunken hat…noch penetranter als die Fischbrötchen der Vietnamesen. Zur Entschädigung ist dann aber mein Sitznachbar in Eindhoven bereits ausgestiegen und ich konnt dann bis Lille einigermaßen schlafen. Und da der Bus mit 1 1/2h Verspätung in Lille ankam, konnt ich knapp vier Stunden schlafen.

Dann war ich wieder da… im schönen Lille. Ich hab mich sofort wieder heimisch gefühlt…und all das, was mir bei meiner ersten Ankunft in Lille an den Franzosen sauer aufgestoßen ist, hat mich überhaupt nicht berührt…ist halt normal, ne? Nach fünf Minuten Fußmarsch und zwei Croissants kam ich dann wieder „zu Hause“ an…vor dem Ausruhen musst ich dann noch ne ganze Reihe von Dingen erledigen: Einkaufen, Wäsche waschen, versuchen meine Eltern auf dem Festnetz erreichen (schwierig, schwierig… :-D ). Tja, und jetzt bin ich wieder da, nächste Woche muss ich Kurse wählen (vor allem für die Mööps interessant :-D )und dann geht das nächste Semester schon wieder los. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich schon freue. Zwar muss ich ohne belgisch-deutsche Verstärkung auskommen (*schnief*), aber da ich in der letzten Zeit auch zu einigen Franzosen in den Kursen Kontakten aufbauen konnte, wird’s wieder lustig.

Aber die letzten zwei Wochen im heimischen Schneeberg waren unglaublich schön und ich war unglaublich ausgebucht :-D . Gleich nach meiner Ankunft am Samstag gings mit Conny und Philipp auf den Weihnachtsmarkt ne Roster essen…Weihnachten gebührte meiner Familie und danach gings mit den Besuchen weiter und in gewohnter Besetzung gings fast immer in unser geliebtes „Café Bohne“, dem wir mit unsrer fast täglichen Anwesenheit wieder viele viele Euros in die Taschen gespült haben…aber die Schokolade ist auch zu gut. Dann stand natürlich auch noch ein Besuch bei unserer alten Französischlehrerin an, die schon gespannt war, Neuigkeiten aus Frankreich zu hören…leider hatte ich bei Weitem keine Zeit, alle meine angepeilten Freunde zu sehen und so blieb ein Besuch in Dresden leider aus…selbst in Schneeberg hab ich nicht alle gesehen…war zu wenig Zeit. Aber ich komm wieder, darauf könnt ihr Gift nehmen :-) !!

So, und zum Schluß stell ich noch ein paar winterliche Bilder von Schneeberg online! Jetzt wisst ihr auch, warum „Schneeberg“ „Schneeberg“ heißt!!!

Ich wünsch euch nur das Beste in 2008 und bis zum nächsten Blogeintrag! Man liest sich später!

 

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