Glühwein als Mittler der deutschen Kultur

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Salut und Glückauf an meine geehrte Leserschaft! :)

Nach einer längeren Internetabwesenheit (ich saß eine Woche auf dem Trockenen) wird es mal wieder höchste Zeit, dass ich mich bei euch melde, ne? ;)

Gut, wo fang ich an? Wir hatten ja über Allerheiligen Ferien, wie fast jeder gute französische Student. Hab mich auch schon riesig drauf gefreut, endlich mal wieder ausschlafen zu können und mit meinen Freunden was zu unternehmen. Leider sind pünktlich zu Ferienbeginn mein Internet und auch das Telefon abgeschmiert und ich fand mich „coupé du monde extérieur“- von der Außenwelt abgeschnitten- tolle Vorraussetzung für spannende Ferien. Naja, die meiste Zeit in der Woche bin ich zu Hause geblieben, hab gelesen oder geschlafen…denn leider war auch kaum einer meiner Freunde da…alle zu Hause in Deutschland, Belgien, sonst wo… Wenigstens war ich einmal mit Verena im Kino und nen Kaffee trinken… und pünktlich zum Wochenende vor den Ferien hat ich nen kurzen Fieberanfall mit Schüttelfrost und verdauungstechnischen Problemen…lag vielleicht an dem Hackfleisch…*spei*

Jedenfalls war ich froh, die gewohnt deutsch-belgische Riege am Montag wiederzusehen, und ab Montag hatte ich auch wieder Internet, da Guillaume wiedergekommen ist und das Internet zur Begrüßung gleich wieder funktioniert hat. Gemeinsam wurde dann auch das nächste Projekt in Angriff genommen: Ivonnes Geburtstag. Mittwochabends fand sich dann die komplette „Mööp-Gruppe“ (mit Schein-Präsenz von Mark) bei ihr ein, um mit Pauken und Trompeten (wohl eher mit Baileys und Pitú) ihren Ehrentag zu feiern. Dieser Abend war unglaublich lustig: wir haben uns alle endlich mal wiedergesehen und an es sind unglaublich viele Fotos entstanden, die sehr kunstvoll sind…wobei andere hingegen (vor allem die zu späterer Stunde) unter Verschluss bleiben WERDEN. :D

Gestern hatten wir Deutschen dann eine kleine kulturelle Attacke auf unsere internationalen Freunde geplant. Rebecca und Ivonne hatten nämlich Glühweingewürz aus Deutschland mitgebracht bzw. sich mitbringen lassen…und das haben wir gleich mal zum Anlass genommen, um einen Glühweinabend zu veranstalten. Außerdem ist dieses Wochenende auch mein Mitbewohner da und konnte so gestern einmal meine Freunde kennen lernen. Zum lecker selbst gemachten Glühwein gab es noch erlesene Plätzchen, Nürnberger Lebkuchen und allerlei leckere Sachen…selbstgemacht von deutschen Müttern und unglaublich „délicieux“. Summa summarum, grosso modo: es ist uns gelungen, unseren belgo-französischen Freunden die deutsche Weihnachtskultur mit ihren kalorienreichen Annehmlichkeiten etwas näher zu bringen. Mal schauen, es verbleibt noch viel Glühweingewürz und bald kommt ja auch mein Stollen.

(P.S.: Ich fühle mich in keinster Weise schuldig, dass goldene Gesetz: „Iss keine Lebkuchen vor dem ersten Advent!“ auf das schlimmste mit Füßen getreten zu haben…da wir aber hier in Frankreich sind und wir zur Weihnachtszeit eigentlich schon alle wieder nach Hause fahren, wurde jener verschwörerische Plan ausgeheckt. Jeder von uns ist bereit, die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Klagen jeglicher Art nimmt der Weihnachtsmann (für die Bayern das Christkind) jederzeit gerne entgegen). :D

Gut das war es mal wieder von mir. Auf dass mein Internet schöne stabil bleibt! Bis bald, man liest sich!

Elitär

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Nach einer einwöchigen Blog-absence wird es mal wieder höchste Zeit, dass ich mich bei euch mal wieder melde!

Mittwochabend sind wir in gewohnter Manier wieder ausgeflogen…immerhin haben wir (fast) alle Donnerstag früh keine Uni (arme Irina) und für die meisten von meinen Freunden hier ist auch schon die zweite Hälfte des Auslandsaufenthaltes angebrochen. „Bergfest“, sozusagen.

Das Objekt der Begierde war dieses Mal das „Seven Heaven“, in dem eine Juristenparty unserer Fakultät gestiegen ist. Aber lasst euch eins gesagt sein: einmal eine Juristenparty einer Privatuni erlebt zu haben reicht fürs ganze Leben.

Warum?

Der Abend ging ja schon gut los, indem wir knapp 30 Minuten an der Garderobe gewartet haben, um unsre Jacken abzugeben. Wäre ja auch alles weniger stressig gewesen, wenn sich die Franzosen ordentlich in einer Schlange anstellen würden oder wenigstens der eine(!) Garderobier seine Arbeit *etwas* ernst genommen hätte. Aber wo kämen wir denn da hin… es wurde gedrängelt, geschubst, gezogen, gezerrt… es war echt sehr unangenehm, vor allem weil man immer irgendwelche fremden Körperteile gespürt hat.

Dann konnten wir endlich tanzen…zumindest vorerst, denn es gab immer jemanden der sich mit nem Becher Bier (oder Champus) und ner glühenden Zigarette vorbeigedrängelt hat, ohne dabei Rücksicht auf uns zu nehmen. So hatte ich innerhalb von zwei Stunden mindestens drei unfreiwillige Bierduschen und die anderen das eine oder andere Brandmal.

Die Musik war jedenfalls gut, aber etwas Abwechslung hätte nich geschadet.

Was auch sehr auffällig war: das „Klientel“. Alles sehr elitär und sehr aufgesetzt…ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die meisten der Leute da Juristen von der Catho waren…denn ohne Lacoste-Poloshirt oder Hugo Boss-Hemd, sowie einem Pullunder und hochgestelltem Kragen ging gar nichts. Ich hab mich etwas unwohl inmitten dieser „Schicki-Micki-Gesellschaft“ gefühlt, aber was solls, wir hatten trotzdem unseren Spaß- und das ist die Hauptsache. Auch wenn trotzdem die eine oder andere seltsame Gestalt auf dem Plan erschien: als Beispiel wäre hier der Typ mit dem weißen T-Shirt zu nennen, der uns wie ein Mond umkreist hat…erst war er hinter Viktoria, kurze Zeit später hinter Ivonne und irgendwann mal hinter mir…als er dann hinter allen mal war, begann er seine Runde erneut…

Ich konnte aber endlichen einmal meinen Freunden meinen Mitbewohner zeigen, da er ebenfalls mit seinen Freunden da war (so nach dem Motto: „Hey, schau mal da, das ist mein Mitbewohner! Der tanzt grad an dir vorbei!“) :D

Jedenfalls war dieser Abend echt ein Erlebnis und jetzt verstehe ich auch, warum alle anderen Studenten eher einen Bogen um „Catho-Parties“ machen…

Den Vogel in Sachen elitären Getue hat heute aber unsere Französischlehrerin abgeschossen. Auf die Frage, wie man den Vorschlag „Und wenn wir ins Kino gehen würden?“ anders auf Französisch ausdrücken kann, antwortete Mark mit „T’as envie d’aller au ciné“. Madame Dazin (so heißt der Schrecken) war sehr überrascht mit der Antwort und erkannte, dass Mark mit jungen Franzosen, zu tun hat. Denn die oben genannte Variante ist eher umgangssprachlich. So weit, so gut. Madame Dazin hat natürlich wissen wollen, ob jene Franzosen auch an der Catho studieren. Ernüchternde Antwort: nein, an Lille II (eine staatliche Uni).

Abschlusskommentar von Madame Dazin (sinngemäß): „Ja, die Studenten hier an der Catho reden nicht so…die sind gut erzogen, die ziehen sich auch chic an und…geben sich anders.“

Wenn ihr jetzt verdutzt diese Zeilen noch einmal lest und euch denkt: „Was is’n das für ’ne Alte?!“ – Jep, das gleiche hab ich auch gedacht…und nicht nur ich… wir hätten beinahe so einen Nachsatz à la „Aber die sind dafür normal!“ rangehangen, aber ob das was gebracht hätte… jedenfalls hängt mir dieses elitäre Getue hier einfach nur zum Halse raus…Privatuni hin oder her, so was muss einfach nicht sein.

Gut, das waren mal wieder die neuesten Neuigkeiten aus dem Leben eines ERASMUS-Studenten an einer Privatuni… Keine Sorge, ansonsten geht’s mir immer noch blendend hier, aber das wäre ja langweilig, wenn ich das jeden Tag schreiben würde, ne? :D

Euch einen wunderschönen Abend noch und man liest sich später!

Ostpäckel

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Lange Zeit schon habe ich hier mit meinen deutschen Freunden in kulinarischen Erinnerungen geschwelgt und mir vorgestellt, wie es wohl wäre jetzt eine Scheibe Schwarzbrot oder einen leckeren Pfefferkuchen zu genießen. Und manchmal werden Träume wahr :-) : denn heute habe ich das schon lange Zeit ersehnte Päckchen meiner Eltern von der Post abgeholt…

Eigentlich wäre das Päckchen schon gestern angekommen, aber zur Zeit der Auslieferung waren weder Guillaume noch ich da (09.00h früh!!!). Na gut, den einen Tag bin ich dann auch noch ohne den gar schmackhaften Inhalt ausgekommen. Heute, 12.28h Ortszeit konnte ich dann endlich nach zehnminütigen Anstehen in der Postfiliale ES entgegennehmen. Die Postbeamtin legte das Päckchen (wohl eher Paket Größe L) mit den Worten „Voilà, le bébé!“ behutsam auf den Tresen und nach geleisteter Unterschrift trug ich knapp vier Kilo schwere Freudenbündel nach Hause- danach taten mir wirklich die Arme etwas weh.


Dann öffnete ich die Kiste voller Ungeduld und kam mir wie ein Pirat vor, der einen verwunschenen Goldschatz gefunden hat :D . Nur, dass meine Kiste mit einem viel wertvolleren Gut gefüllt war:

Schokolade! Pfefferkuchen! Oblaten! Baumkuchen! Wiener Würstchen! Gummibärchen! Schwarzbrot! Schokokränze! Echter Erzgebirg’scher Kräuterschnaps!… es gibt doch einen Gott. :D

Jedenfalls hab ich gleich die Schokokränze eingepackt und mit in die Uni genommen, um meinen ausländischen Freunden erste Einblicke in die deutsche Süßwarenkunde zu geben :-) Und für meine deutschen Freunde war es ein freudiges Wiedersehen mit altbekannten Erinnerungen :D

Und da sage mal einer, Schokolade würde nicht glücklich machen! :-)

Gut, das war es auch schon von mir. Wie ihr seht, geht’s mir richtig gut hier! Man liest sich später!

Vom Phänomen ERASMUS und vom Reiz Europas

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So, ich bin jetzt schon knapp fünf Wochen in Frankreich und in dieser Woche ist es mir zum ersten Mal mehr oder weniger aufgefallen, dass ich sprachliche Fortschritte gemacht hab. Irgendwie geht jetzt alles viel schneller als vorher…auch wenn ich trotzdem noch ziemlich oft sprachlichen Unfug von mir gebe :-)

Langsam begreife ich auch das „Phänomen ERASMUS“ und beginne zu verstehen, was eigentlich den Reiz eines ERASMUS-Studentendaseins hat und warum Europa eigentlich so toll ist.

Zuerst ist die unglaubliche Vielfalt der einzelnen Nationalitäten. Natürlich bringt jeder Student seine eigene Angewohnheiten, seine eigene Kultur mit und hat dementsprechend viel zu erzählen. Das beginnt mit dem Universitätssystem im Allgemeinen und führt hin bis zu kleinen Gesten des Alltags. Es ist unglaublich interessant sich mit allen zu unterhalten und mit allen Zeit zu verbringen. Neben kulturellen Erfahrungen besitzt dieser Zeitvertreib einen sehr angenehmen Nebeneffekt: man hat Freunde in der ganzen Welt: China, Belgien, Italien, USA, Slowakei (und natürlich Bayern :-D )… es ist wirklich toll.

Außerdem gibt es ein relativ starkes Gemeinschaftsgefühl unter den internationalen Studenten. Immerhin teilt man ja das gleiche Schicksal und da einige von „uns“ nicht mal über Weihnachten nach Hause fahren, bildet man da wie so eine große Ersatzfamilie, die wiederum aus kleineren Familien besteht…und diese Familien sind meistens „unilingual“…das heißt, dass die Studenten der einzelnen Nationalitäten (oder vielmehr Sprachen) sich immer zu Gruppen zusammenschließen(das sind dann auch meistens die ersten Freunde, die man hat). Wir Deutsche machen das ja genauso. Aber ich denke, dass die Reaktion ganz normal ist, denn es tut unglaublich gut mit Menschen zu reden, die die gleiche Sprache sprechen. Denn trotz sprachlicher Fortschritte ist man in der Kommunikation immer noch eingeschränkt. Und wir könnten uns nie und nimmer so herrlich über unsere Literaturdozentin aufregen, wenn wir es in Französisch versuchen würden. :-D

Dies soll aber nicht heißen, dass wir nur in unsren „Sprachgruppen“ hocken…ganz im Gegenteil. Klar, zu Beginn hat man mehr oder weniger nur Sachen im „deutschen Kreise“ unternommen- man musste ja auch erstmal die ganzen neuen Eindrücke verarbeiten und lerne, in Frankreich klarzukommen- aber jetzt, wo wir auch andere „Internationals“ kennen, werden auch „wir“ internationaler. Verkehrssprache ist mittlerweile auch fast ausschließlich Französisch. Wenn wir lange Zeit in Französisch reden, ist es teilweise auch schwierig zurück ins Deutsche kommen… außerdem hat sich bei mir ein Schalter umgelegt, dass ich meine Sprache an meine Umgebung anpasse… hör ich Englisch, antworte ich automatisch auf Englisch…und so weiter. Aber ich glaube, dass es vielen hier so geht. Ich hab heut bei Morgan (USA) und Inneke (Belgien) mal wieder das gleiche festgestellt…uns fällt dann aber erst im Nachhinein auf, dass wir die Sprache geändert haben. Trop marrant, ça; echt witzig. Aber wir haben alle in letzter Zeit immense Fortschritte gemacht.

Ich verstehe jetzt auch, warum Amerikaner, Kanadier und Chinesen Europa so toll finden. Eigentlich ist es ganz logisch, denn hier liegen unglaublich viele verschiedene Kulturen auf engstem Raume zusammen. Und DAS ist wirklich etwas komplett Neues für Amerikaner, Kanadier und Chinesen. Wir haben auch mal den Chinesinnen gezeigt, dass jede Euro-Münze ne andere Rückseite hat, je nach dem aus welchem Land das Geldstück stammt. Die beiden waren komplett begeistert und ich glaube, dass sie jetzt jedes Geldstück genau anschauen. :-)

Mir ist erst hier richtig bewusst geworden, wie vielfältig und interessant Europa doch eigentlich ist. „Selbstwahrnehmung durch Fremdwahrnehmung“, oder so :-D

Morgen abends geht’s wieder weg…im gewohnten „deutschen“ Kreis, aber mit Unterstützung aus Belgien und co. Ich freu mich jedenfalls drauf (vor allem nachdem wir am Mittwochabend absolut nix in Lille zum Weggehen gefunden haben)…

Einen lieben Gruß aus dem wunderschönen Lille! Man liest sich!

Corazón de Rumba

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Wir sind ja mit ERASMUS hier und allgemein bekannt ist ja ERASMUS auch mehr oder weniger ein Synonym für PARTY, ne?

Nach mittlerweile vier harten Uniwoche voller didaktischer Tiefflieger und hart am Gaumen gerollten „r“ war es wirklich endlich mal an der Zeit ein bisschen auf den Putz zu hauen… Und da wir alle so ziemlich den gleichen Gedanken hatten, versammelte sich am Freitagabend eine kleine, beschauliche Gruppe deutscher ERASMUS-Studenten an der großen Fontäne auf der „Grande Place“ in Lille, bewaffnet mit Baguette und Wein, um den Abend ruhig zu beginnen. Nach einigen Gehminuten kamen wir dann bei mir an und eröffneten den Abend mit einer Runde Rotwein, Nudelsalat und frischem Baguette. Der ersten Runde Rotwein folgte dann die zweite… und dann packte Rebecca den Rum aus und wir begannen fröhlich den Rum mit allerlei nicht-alkoholischen Getränken zu mischen…musste man auch, denn der Rum hat irgendwie seltsam geschmeckt. Na ja, es hat einige Runden gedauert, bis wir das optimale Mischverhältnis mit Cola oder O-Saft raus hatten :-D . Wie ihr euch vorstellen könnt, waren wir dann schon ganz gut dabei…und dann kam noch Mark mit dem Wodka… Jedenfalls war es dann ein Heidenspaß gegen Mitternacht bei mir die Wendeltreppe runterzugehen… Drei Stockwerke und sieben angetrunkene Deutsche, sowie eine angetrunkenen Französin! :-D Zum Glück hatten wir 20 Minuten um von mir bis zur Rue Solférino (erstes Ziel unsrer Reise), um den Alkoholspiegel unseres Blutes wieder etwas zu senken. Angekommen am Bestimmungsort musste nur noch geklärt werden, wo’s eigentlich hingehen sollte. Entschieden haben wir uns dann für die „Guapa-Bar“, einer Salsabar noch etwas südlicher in Wazemmes… Was soll ich sagen? Das war einfach nur GEIL! Man ist echt wie in einen kleinen lateinamerikanischen Mikrokosmos eingedrungen und die Musik ging natürlich sofort ins Blut… und bei lateinamerikanischen Rhythmen kann ich mich sowieso nich wirklich zurückhalten… So haben wir dann noch gut ne Stunde getanzt und waren dann leider zu müde, um noch weiterzumachen…immerhin waren wir ja alle früh bereits 08.00h in der Uni, um Feldwebel Callet und ihre halbasthmatisch-artikulierten „R“ zu ertragen. Jedenfalls waren wir uns alle einig, so bald wie möglich (Mittwoch) dort hinzugehen. Vorher muss ich aber mal wieder mein lateinamerikanisches Tanzwissen hervorkramen… Cha-Cha, Rumba, Samba, Salsa…alles mal gelernt, aber leider schon wieder soviel vergessen! Und immerhin gibt es ja keine schönere Art sich zu lateinamerikanischer Musik zu bewegen…

In dem Sinne, Tanzbär returns :-D :

„Eins-Zwo-Drei-Cha-Cha-Cha-Drehen-Drehen-Cha-Cha-Cha…“ :-D

Samstag war dann etwas ruhiger, da wir alle ein nicht gerade unerhebliches Schlafdefizit auszugleichen hatten… und trotz doch beachtlicher Alkoholmenge und einiger Gleichgewichtsstörungen, gings mir verhältnismäßig gut. Abends haben wir uns dann wieder verabredet, aber „nur“ zum DVD schauen. Geplant war eigentlich „Wer früher stirbt, ist länger tot“ – ein bayrischer Kultfilm. Wäre unglaublich lustig für mich geworden, da der Film auf „bayrisch“ ist und ich schon den „Bullen von Tölz“ nicht wirklich verstehe. Allerdings hat sich mein sächsischer Computer partout gewehrt, die bayrische DVD anzunehmen. Nach ner halben Stunde und drei heruntergeladenen Playern haben wir dann doch die Karambolage-DVD eingelegt. (für alle Unwissenden: Karambolage ist eine Sendung auf ARTE, die Frankreich und Deutschland in vielerlei Hinsicht vergleicht und dem jeweils anderen Land die kleinen kulturellen Unterschiede des anderen Landes erklärt)… allerdings war das Schlafdefizit doch zu groß, um noch etwas zu unternehmen.

Heute wurde beschlossen das wunderschöne Wetter zu nutzen und ins Grüne zu fahren, um zu picknicken. In Lille war echt schönes Wetter und wir hofften, westlich von Lille ein schönes Stückchen Wiese zu finden… Leider sahen wir nicht wirklich eine Wiese, da westlich von Lille SO dichter Nebel hing, da wir teilweise die Hand vor den Augen nicht sahen. Zum Glück klarte es bald auf und an irgendeinem Feld haben wir dann auch angehalten und gepicknickt. Das Wetter ist dann immer besser geworden und nach unserem ausgiebigen Mahle haben wir uns noch ein Weilchen hingelegt und uns die Sonne auf die prallgefüllten Bäuche scheinen lassen. Dazu noch die himmlische Ruhe, die nur ab und zu von einem zwitschernden Vogel oder dem Gewehrschuss eines Jägers gestört worden ist. Abgeschlossen haben wir den heutigen Tag mit einem unglaublich leckeren und nicht gerade billigen Eisbecher bei Häagen-Dasz in Lille… Ich habe noch NIE 8,50€ für nen Eisbecher ausgegeben, aber glaubt mir, der war jeden Cent wert…*hmmmm*

Das Wochenende war echt schön und schreit nach baldiger Wiederholung

Euch einen schönen Abend noch und man liest sich!

Zu zweit ist man weniger allein…oder so

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Ist auch fast schon wieder ne Woche her, dass ich mich das letzte Mal bei euch gemeldet hab. Aber seid euch dessen sicher, ich hab an euch gedacht :) . Und zu allererst möchte ich mich bei euch für eure positive Resonanz zu meinem Blog bedanken. Es bedeutet mir sehr viel, dass ihr immer noch „bei mir“ seid und an meinen Höhen wie Tiefen teilhabt. Danke!

Ich bin nun übrigens offiziell in einer WG, denn mein Mitbewohner Guillaume ist am Sonntag angekommen. Denn er war bis Freitag noch in China, um dort seine Ferien zu verbringen…und ich geh schon fleißig seit knapp vier Wochen zur Uni. Der erste Eindruck von ihm ist ganz gut; man kann sich mit ihm sehr gut unterhalten, obwohl er trotzdem noch ein bisschen zurückhaltend ist. Aber das wird schon.

Ansonsten war die letzte Uniwoche die Woche des einen oder anderen interkulturellen Missverständnisses hier an der Uni. Wie ich euch ja schon berichtet hab, beleg ich hier einen Kurs „français langue étrangère“ (Französisch als Fremdsprache), der drei Stunden lang geht und in zwei Teile geteilt ist: einen Teil Linguistik, einen Teil Didaktik. Somit ist der Kurs ja eigentlich wie geschaffen für uns Lehramtsanwärter.

Im Linguistikteil hören wir zwar nicht grad viel Neues, aber der „Didaktikteil“ hat uns echt überrascht. Jedoch im negativen Sinne… Alles fing damit an, dass wir im „Didaktikteil“ über die grammatikalischen Kategorien, ihre Verwendung im Satz und solchen HickHack gesprochen haben… „Naja“, haben wir uns gedacht, „aber was hat das mit Didaktik zu tun?“. Zwar haben die Franzosen nahezu die gleichen Termini wie wir, nutzen diese jedoch in teilweise vollkommen unterschiedlichen Situationen… Ein „Subjekt“ für uns, ist ein „complèment du sujet“ für die Franzosen…aber ein „Komplement des Subjekts“ ist für mich schon wieder etwas anderes… Somit standen wir Deutsche kollektiv aufm Schlauch…war bestimmt auch ein drolliger Anblick für die anderen, wie fünf Leute nur Bahnhof verstehen…

Wir hatten zu dieser Zeit noch die Hoffnung, dass sich das vielleicht ändern wird… Leider war dem nicht so und der „didaktische Teil“ war schon wieder so eine verkorkste Grammatikstunde… Am Montag wurden allerdings alle Hoffnungen zerstört: Für den Dozenten bedeutet „Französisch als Fremdsprache“, dass man französischen Studenten ihre eigene Sprache noch näher bringt und sie somit auch die subtilen Feinheiten der Sprache erkennen lässt. „Französisch als Fremdsprache“ ist somit im ÜBERTRAGENEN Sinne gemeint…Tolle Wurst, und wir ERASMUS-Leute sind natürlich in diese Falle getappt. Tja, aber so was wird ja aus dem tollen Kursverzeichnis an unsrer toll organisierten Uni nicht erwähnt…Der nächste Hammer kam, als der Dozent noch hinzufügte, dass der „Didaktikteil“ nichts mit der Vermittlung von Wissen (wie vermittle ich Wortschatz etc…) zu tun hat. Bravo. Nutzen dieses Kurses gleich Null. Leider gibt’s für den Kurs gleich fünf ECTS, also muss ich den Kurs weiterbelegen. Allerdings werde ich garantiert nicht die Klausur mitschreiben…

Obendrein sitzt in dem Kurs noch Alleswisser-André, der mir so dermaßen auf die Ketten geht, weil der nie seine Klappen halten kann… Jetzt versucht euch mal auf einen Prof zu konzentrieren, der Französisch spricht, für uns Deutsche „die falschen“ Termini benutzt und das drei Stunden lang, wenn hinter euch immer einer dauernd labert…seine bloße Anwesenheit treibt mich mittlerweile zur Raserei…ich bin aber nicht der einzige, dem es so geht.

Was gibt’s sonst noch so? Ach ja: ich hatte letzten Donnerstag das erste Mal unsren verpflichtenden Französischkurs. Wie groß schon vorher von den Dozenten beschworen, sind fast alle Deutschen im höchsten Kurs…von 29 Leuten dürften wir gut und gerne ein Drittel bilden. Ist dann natürlich lustig bei Gruppenarbeit, weil dann in jeder Gruppe mindestens ein Deutscher zu Gange ist. Leider ist in diesem Kurs auch Alleswisser-André, der natürlich uns immer zeigt, dass er wirklich viel weiß…Problem für uns: er kann relativ gut deutsch…also er würde mitkriegen, wenn wir was Böses über ihn sagen würden (machen wir aber nicht… zumindest nicht in seiner Gegenwart… :D )

Hmm…ansonsten geht’s mir in Frankreich immer noch gut und es macht echt Spaß, hier zu sein…. So, mein Kaffee ist jetzt durchgelaufen und ruft nach mir…na, da werd ich wohl nich anders können…

Euch ’ne wunderschöne Zeit, egal wo ihr auch seid! (He, das hat sich gereimt…”J’ai rimé”, würde jetzt Frau Trompelt sagen, ne? :) )

Ganz liebe Grüße aus Lille, man liest sich später :) !

Das ist vielleicht in EUREM Land so, aber das ist Frankreich…

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Nach ein paar Tagen Pause habe ich endlich wieder was für meinen Blog.

Bis jetzt hab ich mich ja recht „heimisch“ gefühlt, aber heute wurde mir auf einigermaßen unangenehme Art und Weise gezeigt, dass ich eben doch nur ein Ausländer hier bin – zumindest in den Augen mancher. Wie komm ich darauf?

Alles fing damit an, dass ich mir letzte Woche im FNAC (eine Kaufhauskette) ein Buch gekauft hab, dass ich unbedingt für die Uni hier brauche, für einen Kurs, der immer Mittwoch stattfindet und das ich folglich jeden Mittwoch bei mir tragen sollte.

Heute hatte ich natürlich auch das Buch mit; immerhin will ich ja soviel wie möglich hier lernen…Nach dem Kurs heute früh, bin ich noch mit ein paar Freunden wieder ins FNAC gegangen, um zu zeigen, wo ich das Buch her habe. Leider waren alle Exemplare vergriffen und das andere Buch, was wir für Altfranzösisch brauchen, ist schon in der Lieferung und kommt Ende nächster Woche (!) an. Danach sind wir ohne etwas gekauft zu haben aus dem FNAC gegangen…na ja, wir WOLLTEN das Kaufhaus verlassen.

Plötzlich kam ein Mann von hinten auf uns zu, und fragt mich, ob er doch mal einen Blick in meine Tasche werfen könnte…na ja, war eigentlich schon mehr ne Aufforderung. Natürlich hab ich eingewilligt, immerhin hatte ich ja nix eingesteckt und außerdem macht der Mann ja auch nur seinen Job. Hab ihm also den Inhalt meiner Tasche gezeigt und da war natürlich das Buch drin, das ich letzte Woche gekauft hatte…und da ich nun direkt von der Uni kam, hatte ich keine Gelegenheit noch mal kurz vorher zu Hause vorbeizuschneien.

Natürlich hab ich ihm das Buch auch gezeigt, in die Hand gedrückt und gesagt, dass ich das letzte Woche hier gekauft hatte. Darauf wollte der Herr den Kassenzettel sehen…jep, er wollte wirklich den Kassenzettel sehen! NATÜRLICH trage ich alle Kassenzettel IMMER bei mir… Jedenfalls hab ich ihm erklärt, dass ich den Kassenzettel nicht bei der Hand hab. Da begann er schon etwas unfreundlich zu werden. Er hat sich das Buch genommen und ist zur nächsten Information gelaufen, um zu checken, ob das Buch auch WIRKLICH nicht gestohlen worden ist. Zum Glück hatte ich dann nen Geistesblitz und hab mich daran erinnert, dass ich den Kassenzettel doch bei mir hatte. Ich weiß nicht, was passiert wäre, hätte ich den Kassenzettel nicht mit gehabt… natürlich war alles in Ordnung mit dem Buch.

Also gibt der Typ das Buch etwas widerwillig wieder und ermahnt uns mit den Worten, dass wir IMMER, wenn wir im FNAC einkaufen gehen dem Sicherheitsservice darüber informieren, wenn wir im Haus gekaufte Ware dabei haben. Auf verdutztes, aber freundliches Zurückfragen, ob das wirklich die gängige Methode in Frankreich sei (immerhin gibt es ja auch hier diese Dinger, die piepen, wenn man mit unbezahlter Ware aus dem Kaufhaus will), hat der Mann uns nur arrogant erwidert: „Das kann in EUREM Land so sein, aber DAS ist Frankreich und in Frankreich ist das so.“ Danach hat er uns noch mal nen erniedrigenden Blick zugeworfen und ist ohne irgendwas zu hinzufügen von dannen gezogen. Ich hätte schon noch eine Entschuldigung oder so etwas erwartet…aber Fehlanzeige.

Wichser.

Entschuldigt meine Wortwahl, aber genau das hab ich in dem Moment gedacht. Zum Glück hat er nicht mehr gehört wie ich gemeckert hab, als ich aus dem FNAC raus bin…

Zu aller Überdruß hat der Kerl sich auch nicht wirklich bemüht sich sprachlich uns anzupassen… außerdem hat er dauernd so getan, als ob er unser „schlechtes Französisch“ nich verstehen würde und sich immer leicht empört am Ohr gezogen, wenn er irgendwas nicht verstanden hat (oder verstehen wollte)…. Jedenfalls hab ich mich da wirklich zum ersten Mal in Frankreich als Ausländer gefühlt…ich kann euch sagen, dass ist wirklich kein schönes Gefühl und ich wünsche all jenen, die ausländerfeindlich sind, dass sie diese Erfahrung einmal machen und vielleicht so endlich verstehen, wie erniedrigend ihr Verhalten ist.

Aber solchen Erfahrungen muss man aber auch machen. Jedenfalls haben wir beschlossen das FNAC in Zukunft zu boykottieren und lieber zwei Straßen weiter einzukaufen… :)

Na gut, dann euch noch nen schönen Abend und man liest sich!

Wochenend und Sonnenschein

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…und gerade letzteres traf auf dieses Wochenende wirklich zu. Ich glaub, gestern und heute war es so warm, wie noch nie zuvor hier. Naja, höchstens vielleicht wie letztes Wochenende. Wir hatten aber echt andauernd Sonne, strahlend blauen Himmel und sehr angenehme Temperaturen, die ständig zwischen 20° - 27° pendelten. Echt schön. Und was hab ich bei dem tollen Wetter angestellt?

Erstmal ausgeschlafen. Hmmm…das tat gut. Samstags hab ich dann paar Besorgungen gemacht und hab aufgeräumt. Am Abend gings dann mit Ivonne zum Pizza Essen zu Irina und James in ihr Wohnheim, dem „Foyer International“. Allerdings war ich ziemlich schnell vor allem über die hygienischen Zustände in der Küche entsetzt…überall Fett, auf den Tischen Essensreste, braune Ränder und Flecken auf dem Herd…Hmmm! Da macht Kochen doch wirklich Spaß! Der Backofen war noch „annehmbar“. Aber funktioniert hat er nich. Genauso wie der andere Herd. Toll. Von 12 Herdplatten und zwei Backöfen funktionierten nur 4 Herdplatten… Ok, was tun mit einer Fertigpizza, wenn weder Backofen noch Mikrowelle funktionieren bzw. sauber sind? Letzter Ausweg: Bratpfanne. Allerdings hat das auch nich ganz funktioniert…denn als der Käse langsam anfing zu schmelzen, hatte der Boden schon eine gesunde Schwärze angenommen. Wir konnten die Pizza dann nur noch in den Mülleimer werfen und sind dann zu McDonalds gegangen. :)

Anschließend sind wir noch ins Kino gegangen, denn bis heute lief nämlich « la rentrée du cinéma », was kein Film sondern eine eher eine Aktionswoche, ist. Wenn man während dieser Woche zwei Kinokarten kaufte, erhielt man die zweite Karte für 1€. Eigentlich ein tolles Angebot, nur für uns Studenten hat sich das nicht wirklich gelohnt, da wir so statt 6,20€ pro Karte 4,80€ gezahlt haben. Naja, aber immerhin 1,40€ gespart…das ist ein halbes Mensa-Essen.

Leider war der Film, „ceux qui restent“ sein Geld nicht wert. Gelacht haben wir trotzdem…na ja, Irina und ich…mehr oder weniger grundlos. Das sind einfach die Momente, wo man über irgendein sinnloses Kommentar (hier: „Das sind aber schöne Farben hier“) sich kaputtlacht und aber auch nicht mehr aufhören kann! Solcher Situationen kenn ich viele…sehr lebendig im Gedächtnis ist mir immer noch eine Mathestunde in der 11.Klasse…das einzige Mal, als ich in Mathe neben Shirin saß…auch hier war der „Auslöser“ relativ simpel: ich hab eigentlich nur ne Formel in meinen Taschenrechner eingetippt und dabei „Trallallalla“ gesagt…die restlichen Minuten hab ich dann gegen unkontrollierte Kontraktionen meines Zwerchfells angekämpft.

Den Tag heute haben wir genutzt, um das nahrungsmitteltechnische Defizit von gestern auszugleichen und bei mir zu kochen. Denn ich hab „Die Küche“ da für :) . Naja, allzu kulinarisch hochwertiges haben wir nicht gezaubert: es gab Fischstäbchen mit Reis und Senfsoße, sowie Salat. Nix weltbewegendes halt, aber wir sehen da noch Steigerungspotential.

Und jetzt ruft wieder Balzac nach uns…baah, ich bin so froh, WENN ich das Buch durch hab…na ja, Zähne zusammenbeißen und durch.

Einen schönen Abend euch noch!

Arras - “Kemie” oder “Chemie”?

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Obwohl wir (Rebecca, Verena und ich) freitags früh zur Uni müssen, haben wir beschlossen heut gleich im Anschluss an unsren Balzac-Kurs nach Arras zu fahren, um dort Marie und AnneSo zu treffen.

Doch vorher hieß es erstmal, Madame Callets feldwebelhaften Ton und ihr hochtrabendes Vokabular zu ertragen. Keine einfache Aufgabe…vor allem 08.00h morgens. Blicke in die verzweifelten Augen meiner germanophonen Leidensgenoss(inn)en verrieten mir, dass es anscheinend allen so erging wie mir. Nach zwei Stunden wunderbar am Gaumen gerollten “R” (rrrrrrrromancier rrrrrrrromanesque) mussten wir kurz noch einmal ins Büro der internationalen Beziehungen, da der “service d’inscription” von drei Studenten die Fotos verschlampt hat. Und jetzt ratet mal, wessen Foto abhanden gekommen ist! RICHTIG! MEINS! Rebecca teilt aber das gleiche Schicksal…also nochmal ein Foto abgegeben, in der Hoffnung gegen Ende der Woche ENDLICH unsren Studentenausweis zu erhalten.

Danach konnten wir endlich nach Arras aufbrechen. Mit unsrer Carte 12-25 (so eine Art Bahncard 50) war das auch relativ erschwinglich…wenn man sie mit sich trägt… Rebecca hatte nämlich ausversehen ihre Carte im Wohnheim liegen lassen… der Schaffner war aber sehr freundlich und hat es bei einem simplen “Faites attention!” belassen.
In Douai stieg dann auch noch Marie in den Zug und es wurde mal wieder sehr lustig….vor allem, weil wir eine Grundsatzdiskussion über die deutsche Phonetik geführt haben: Heißt es nun “Kemie” oder “Chemie”? Ich als einziger Verfechter der “Ch”-Variante sah mich ein bisschen auf verlorenem Posten…was meint ihr? Vor allem die Deutschstudenten unter euch? (Karo??? Jana??? Dana??? Helft mir!!! :) )

Nach 15 Minuten kamen wir dann bei strahlendem Sonnenschein in Arras an. Arras ist echt schön, obwohl es nicht allzu viel zu sehen gibt. Außerdem waren wir ja schon mal im Januar in Arras während unseres Kurztrips nach Frankreich. Wir waren nochmal in der Uni (eine der kleinsten Unis Frankreichs mit gerade mal 3000 Studenten) und sind danach aber geradewegs in ein “Subway” gestolpert, weil uns der Magen in den Kniekehlen hing. Nach einer gefühlten halben Stunde des Anstehens und der kommunikativen Barrieren (Des tomates? Oui! Encore des tomates? Oui! Quelque chose d’autre? Oui! Et quoi? Oui!) konnten wir uns endlich über unser von mehr als drei Mitarbeitern angefasstes Sandwich freuen. Trotzdem sollte sich kurze Zeit später eine Tragödie abspielen, als Verenas Cookie, auf den sie sich SO gefreut hat, plötzlich zu Boden fiel. Kulant wie die Franzosen waren, wurde der Cookie umgehend umgetauscht. Leider war der neue Cookie sehr schokoarm…aber lieber ein schokoarmer Cookie als gar kein Cookie, ne? Mich würde aber schon interessieren, wohin der “Problemcookie” gelangt ist… Mülleimer oder kurz abgeklopft und wieder in die Vitrine gelegt. :)

Danach gab es für uns ein freudiges Wiedersehen mit Mademoiselle Cuvillier, besser bekannt als AnneSo (AnneSo eine sehr gute Freundin von Marie, die wir im Januar kennengelernt haben). AnneSo stand aber so im Stress, dass sie leider nur eine halbe Stunde bleiben konnte. Alle sind sie vorbereitet mit ihren Vorbereitungen für ihre Auslandssemester…AnneSo wird nämlich Marie nach Berlin begleiten und ebenfalls dort ein Semester verbringen.
Jedenfalls sind wir dann zu fünft ein bisschen durch die Stadt getingelt und haben an der einen oder anderen Kreuzung ein *gewisses* Orientierungsproblem gehabt…(On est où? Je sais pas!). Trotzdem haben wir uns wie immer irgendwie zu helfen gewusst und dank Marie und AnneSo hab ich endlich das Ende des Filmes “Jeux d’enfants” verstanden…

Dann verließ uns AnneSo schon wieder, aber wir werden uns im Frühling sicherlich wiedersehen.
Um das schöne Wetter zu genießen, haben wir uns dann in den Park von Arras zurückgezogen und einfach die Sonne wirken lassen. Es war WIRKLICH warm heute. Um den Aufenthalt abzurunden, haben wir in einem Café noch etwas Flüssiges zu uns genommen…zu moderaten Preisen. Mein Getränk, eine simple Erdbeermilch, bestach vor allem durch seine natürlich-knallpinke Färbung… Als wir dann bezahlen wollten, ignorierte die Kellnerin uns wirklich sehr ausdauernd, obwohl wir mindestens zwei Minuten genau vor ihr standen und mit dem Geldschein gewedelt haben…

Danach haben wir uns zum Bahnhof bewegt und uns dort von Marie verabschiedet. Leider war das wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich sie für die nächste Zeit gesehen hab. Aber auf einen Abschied folgt immer auch ein Wiedersehen…wer sollte das besser wissen als wir!

Gut, damit neigt sich auch der heutige Tag zur Neige. Ich werd jetzt noch ein bisschen lesen…Balzac…Morgen abend gehts nämlich höchstwahrscheinlich ins Kino, da ja zur Zeit, wenn man zwei Karten kauft, die zweite Karte statt 6,20€ nur 1€ kostet…mal schauen was läuft.

Euch einen schönen Abend noch und bis zum nächsten Eintrag!

Arras. Von links: Verena (Eichstätt), AnneSo (Arras), Rebecca (Eichstätt)

Erste Uniwoche

Erasmus (201 Visitas) 1 Kommentar »

Donc, jetzt ist für mich die erste Uniwoche vorbei und es gibt mal wieder ne Menge an neuen Eindrücken zu verarbeiten…

Letzte Woche ging am Donnerstag ja die Uni für mich los… und gleich mit Chinesisch. Chinesisch? Ja, ich beleg nen Kurs Chinesisch hier. Warum? Naja, hier schlägt wohl das linguistische Interesse durch. Wollte einfach mal nen Einblick in eine Sprache erhalten, die nicht wie die indo-europäischen Sprachen funktioniert. Chinesisch hats aber ganz schön in sich…Die Aussprache ist echt schwierig.

Danach war obligatorischer Französischtest. Alle internationalen Studenten mussten diesen Test absolvieren, um das Sprachniveau festzustellen und uns in entsprechende Kurse aufzuteilen… Bin nach dem Test als erster gegangen und hab dementsprechend seltsame Blicke geerntet…naja, bevor ich noch Ewigkeiten drinne

n sitz und alles verschlimmbessere (hab dazu ne gewisse Tendenz :) ), hab ich halt abgegeben. Es ging eigentlich, aber teilweise waren die Fragen sehr undeutlich gestellt….mal schauen, nächsten Mittwoch gibts Ergebnisse.

Freitag (ja, ich hab Freitag Uni…) beginnt für mich…Achtung festhalten…08.00h-10.00h. Baah. Das ist echt zum Kotzen… Und vor allem noch Französische Literatur des 19.Jhd. Und dann noch Balzac… und meine Dozentin hat frappierende Ähnlichkeit mit Frau Kaufmann!!!  (für alle nicht ASZ’ler: eine Frau, so breit wie hoch, behangen wie ein Christbaum mit allerlei Schmuck, sowie Vorliebe zu “außergewöhnlicher” Farbauswahl im Hinblick auf das Makeup). Außerdem behauptet diese Frau strikt, dass Balzac KEIN Realist ist…obwohl jeder da was anderes behauptet…naja, morgen erleb ich sie wieder in aller Frühe.

Montag war ein langer Tag. Zuerst “FLE”: “Français langue étrangère”, Französisch als Fremdsprache. Der Prof ist sehr nett und nimmt unglaublich Rücksicht auf uns ausländische Studenten. Na gut, das muss er ja mehr oder weniger, da 3/4 des Kurses NICHT aus Frankreich kommen. Wir Deutschen bilden da sogar die Mehrheit…aber der Kurs ist zeitlich gesehen sehr anstrengend: von 10.00h - 13.00h mit ner Pause von 5 Minuten…
Danach hatte ich Altfranzösisch…naja, hätte gehabt eher. Nach ner halben Stunde braven Wartens (in Deutschland wäre da schon jeder gegangen: akademisches Viertel, ne?), kam dann die Sekretärin rein und hat gesagt: “Madame n’est pas là?” (Sie ist nicht da?)… “Donc, Madame n’est pas là!” und hat uns in unsre Freiheit entlassen.

Zu guter letzt hatte ich einen Kurs “traduction à vue”… also Übersetzung Deutsch-Französisch ohne Vorbereitung. Schwierige Sache. Hier der erste Satz des Textes:
“Urheberrecht im Internet - eine anachronistische Übergangslösung: Löst das interaktiv kreative Team den einzelnen Autoren ab?”.

Toll. Den Text hab ich schon kaum auf Deutsch verstanden. Aber wir Deutschen (5 von 9 Personen im Kurs sind Deutsche) waren gleich mal dran mit Übersetzen…haben aber auch gleich unsren ersten Noten bekommen (ich inclusive): zwischen 15 und 13…Das heißt zwischen 1 und 2+.

Dienstag beginnt ebenfalls sehr früh für mich. 08h heißts wieder antreten. Dieses Mal aber zu Russisch. Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, Fremdsprachen kostenlos zu lernen, dann muss man die ja auch beim Schopfe packen, gell? Der Kurs war relativ angenehm…nur sehr überlaufen. Ich hoffe, das reduziert sich noch. Außerdem hat der Prof sehr leise gesprochen und ist dauernd auf und ab gelaufen (auf knarrenden Holzdielen). Kurz gesagt, ich hab bei Weitem nich alles verstanden, was er gesagt hat. Einmal hat er mich plötzlich was gefragt…zum Glück hab ich dann rechtzeitig noch verstanden, was er von mir wollte: war einfach nur die simple Frage: “Haben Sie früher mit Lego gespielt?” worauf ich mit einem kurzen “oui” antworten konnte…

Danach hatte ich einen Kurs über europäische Geschichte von 1945-2000 bei einem Herrn “Demon”. Der Name war Programm. Herr “Demon” begann erst mit einer kurzen Revision über europäische Geschichte ab 1815, wobei alle Franzosen den Wortlaut des Professors in Satzform fleißig mitpinselten. Selten schaute der eine oder andere Franzose vom Blatt hoch…bloß nicht auffallen heißt die Devise. Her Demon sprach so über das System “Mättärnick” (französische Aussprache von Metternich!!!) und kam relativ schnell zur Ära “Briand-Stressemann”. Und als er allen Ernstes “Stressemann” an die Tafel anschrieb, blutete mein Geschichte-LK-Herz… In der Pause nach den ersten 1 1/2h ergriffen Ivonne und ich dann die Flucht und begaben uns auf die Suche nach einem anderen Kurs.

Der Mittwoch stand dann im Zeichen der Linguistik. Morgens hatte ich einen Kurs Französische Linguistik. Schon seltsam, denn was wir in Linguistik so treiben (Diasystem, Koch/Österreicher…) behandeln die Franzosen anscheinend gar nicht. Linguistik ist hier viel mehr Grammatik. Die Professorin hatte ein außergewöhnliches Namensgedächtnis und hat uns ERASMUS-Studenten sofort mit eingebunden… Umso überraschter war ich, als sie mich auf einmal aufrief und die fünf verschiedenen Funktionen des “que” wissen wollte…vier hab ich gewusst…zum Glück.
Danach hatte ich meinen einzigen beiden Spanischkurse. Zuerst Grammatik, danach mündlicher Ausdruck. Ich war mal wieder der Hahn im Korb- daran bin ich ja gewöhnt. Aber die Studentinnen dort haben sich schlimmer benommen als einen Horde pubertiernder Teenager. Dabei waren die meisten schon 18 oder 19… Mündlicher Ausdruck war ähnlich…wie im Kindergarten.

Soviel erstmal zu meinen Kursen. Man liest sich! :)

Auf den Stufen zur Uni; von links: Rebecca (Eichstätt), Daisy (Hongkong), Sophia (Hongkong), Irina (Marburg)Meine Uni: die Université Catholique de Lille.




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