Glühwein als Mittler der deutschen Kultur
Erasmus (144 Visitas) Kein Kommentar »Salut und Glückauf an meine geehrte Leserschaft!
Nach einer längeren Internetabwesenheit (ich saß eine Woche auf dem Trockenen) wird es mal wieder höchste Zeit, dass ich mich bei euch melde, ne?
Gut, wo fang ich an? Wir hatten ja über Allerheiligen Ferien, wie fast jeder gute französische Student. Hab mich auch schon riesig drauf gefreut, endlich mal wieder ausschlafen zu können und mit meinen Freunden was zu unternehmen. Leider sind pünktlich zu Ferienbeginn mein Internet und auch das Telefon abgeschmiert und ich fand mich „coupé du monde extérieur“- von der Außenwelt abgeschnitten- tolle Vorraussetzung für spannende Ferien. Naja, die meiste Zeit in der Woche bin ich zu Hause geblieben, hab gelesen oder geschlafen…denn leider war auch kaum einer meiner Freunde da…alle zu Hause in Deutschland, Belgien, sonst wo… Wenigstens war ich einmal mit Verena im Kino und nen Kaffee trinken… und pünktlich zum Wochenende vor den Ferien hat ich nen kurzen Fieberanfall mit Schüttelfrost und verdauungstechnischen Problemen…lag vielleicht an dem Hackfleisch…*spei*
Jedenfalls war ich froh, die gewohnt deutsch-belgische Riege am Montag wiederzusehen, und ab Montag hatte ich auch wieder Internet, da Guillaume wiedergekommen ist und das Internet zur Begrüßung gleich wieder funktioniert hat. Gemeinsam wurde dann auch das nächste Projekt in Angriff genommen: Ivonnes Geburtstag. Mittwochabends fand sich dann die komplette „Mööp-Gruppe“ (mit Schein-Präsenz von Mark) bei ihr ein, um mit Pauken und Trompeten (wohl eher mit Baileys und Pitú) ihren Ehrentag zu feiern. Dieser Abend war unglaublich lustig: wir haben uns alle endlich mal wiedergesehen und an es sind unglaublich viele Fotos entstanden, die sehr kunstvoll sind…wobei andere hingegen (vor allem die zu späterer Stunde) unter Verschluss bleiben WERDEN.
Gestern hatten wir Deutschen dann eine kleine kulturelle Attacke auf unsere internationalen Freunde geplant. Rebecca und Ivonne hatten nämlich Glühweingewürz aus Deutschland mitgebracht bzw. sich mitbringen lassen…und das haben wir gleich mal zum Anlass genommen, um einen Glühweinabend zu veranstalten. Außerdem ist dieses Wochenende auch mein Mitbewohner da und konnte so gestern einmal meine Freunde kennen lernen. Zum lecker selbst gemachten Glühwein gab es noch erlesene Plätzchen, Nürnberger Lebkuchen und allerlei leckere Sachen…selbstgemacht von deutschen Müttern und unglaublich „délicieux“. Summa summarum, grosso modo: es ist uns gelungen, unseren belgo-französischen Freunden die deutsche Weihnachtskultur mit ihren kalorienreichen Annehmlichkeiten etwas näher zu bringen. Mal schauen, es verbleibt noch viel Glühweingewürz und bald kommt ja auch mein Stollen.
(P.S.: Ich fühle mich in keinster Weise schuldig, dass goldene Gesetz: „Iss keine Lebkuchen vor dem ersten Advent!“ auf das schlimmste mit Füßen getreten zu haben…da wir aber hier in Frankreich sind und wir zur Weihnachtszeit eigentlich schon alle wieder nach Hause fahren, wurde jener verschwörerische Plan ausgeheckt. Jeder von uns ist bereit, die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Klagen jeglicher Art nimmt der Weihnachtsmann (für die Bayern das Christkind) jederzeit gerne entgegen).